05.08.2025

Gesellenstückausstellung bestens besucht


ROTH – Eine witzige Dart-Box, ein Multifunktions-Weinschrank, eine Wanduhr, ein Bücherschrank, in dem die Musterung eines Buchenpilzes verarbeitet war,  sowie ein hängendes Side-Board mit Beleuchtung und Geheimfach. Die Vielfalt war groß bei der diesjährigen Ausstellung der Schreiner-Gesellenstücke aus dem Landkreis Roth. 

19 Noch-Azubis haben am Sonntag ihre erstaunlichen Werke in der Berufsschule der Kreisstadt präsentiert. Die Werkschau gibt es bereits über 40 Jahre. Regelmäßig am dritten Juli-Sonntag lockt sie zahlreiche erfahrene Schreiner an, die sich die Stücke des Nachwuchses ganz genau ansehen. „Perfekt gearbeitet“, lautete häufig der Kommentar der Fachleute.

Zu den Prüfungsergebnissen machte Innungs-Obermeister Reinhard Siegert keine Angaben, dennoch gab es eine Auszeichnung. Antonia Hohmann kann bei der Besten-Feier der Berufsschule in dieser Woche nicht dabei sein. Deshalb hat sie die Urkunde für ihren Staatspreis während der Ausstellungseröffnung erhalten. Schulleiterin Undine Landvoigt und Reinhard Siegert gratulierten zu einem Notenschnitt von 1,2. 

Die beste Berufsschulabsolventin unter den Schreinern ist die 19-jährige aus Heideck damit allerdings nicht. Die 21-jährige Pamina Heruth aus Rohr kann ein Zeugnis vorweisen, in dem ausschließlich die Bestnote vorkommt: Schnitt also 1,0. Besser geht es in der Theorie nicht. Sie überzeugte aber auch mit ihrer praktischen Arbeit außerordentlich. Heruth war eine gefragte Gesprächspartnerin, um die exakte Fertigung ihres Hänge-Boards zu erklären, in dem ein verschiebbares Behältnis für zusätzliche Lagerfläche sorgt. Wie das Geheimfach funktioniert, hat sie ebenfalls preisgegeben. 

Antonia Hohmanns Side-Board ist bodengebunden und war ähnlich umlagert. „Viele der Gesellenstücke könnten auch eine Semesterarbeit der Meisterschule sein“, würdigte Undine Landvoigt die Leistungen ihrer Schülerinnen und Schüler, die nun drei Jahre Ausbildung hinter sich haben: Ein Berufsgrundschuljahr und anschließend zwei Jahre in den Betrieben und der Berufsschule. 

„Es sind sehr schöne Stücke“, bestätigte Reinhard Siegert die Meinung der Schulleiterin, die als gelernte Holzbildhauerin mit dem Grundmaterial der Schreiner bestens vertraut ist. „Wie immer haben wir viel Neues unter den Gesellenstücken, denn die Trends wechseln jährlich“, stellte der Innungsobermeister fest. Diesmal waren Hängemöbel besonders beliebt.

Zu Eröffnung der Ausstellung waren etwa 80 Interessierte gekommen. Die Rother Bürgermeisterin Claudia Lux zeigte sich begeistert von Talent und Leidenschaft der jungen Schreiner, die in ihren Werken zum Ausdruck kämen. „In dieser Hinsicht scheint es mir ein besonders guter Jahrgang zu sein“, sagte die CSU-Politikerin. Stellvertretender Landrat Walter Schnell (Freie Wähler) hob hervor, dass in vielen Gesellenstücken „eine künstlerische Ader zu erkennen ist“. Zugleich rief er die jungen Schreinerinnen und Schreier auf, sich gesellschaftlich oder politisch zu engagieren, „um die Demokratie am Leben zu erhalten und zu bewahren“.


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