PLEINFELD (ley) - Eine besondere Premiere der schönen Art: Erstmalig durfte bei einer Jahresabschlussfeier der Schreiner-Innung Mittelfranken-Süd Obermeister Reinhard Siegert einer reinen Damenriege zum Sieg beim Gestaltungswettbewerb „Die gute Form“ gratulieren. Doch dem noch nicht genug – er hatte bei seiner Rede im Pleinfelder „Kastanienhof“ auch noch viele recht gute Zahlen im Gepäck, was seine Branche anbelangt.
So braucht einem um die Zukunft des Schreinerhandwerks zumindest im Innungsgebiet, das von Schwabach bis in den südlichen Zipfel des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen reicht, seinen Ausführungen zufolge wohl nicht bange zu werden. Derzeit könne man auf 105 Lehrlinge in drei Klassen verweisen, wie Siegert bei der Feier betonte: „Das ist schon eine stolze Zahl!“ Darüber hinaus erfreut sich jenes Handwerk eines überaus großen Interesse bei den Heranwachsenden, die sich in der beruflichen Orientierung befinden. „Wir haben fast täglich Anfragen nach einem Praktikumsplatz“, berichtete dazu ein Innungsmitglied. Die Branche befinde sich somit fernab aller Berufsnachwuchssorgen. „Wir können jetzt die Früchte einer jahrzehntelangen, intensiven Innungsarbeit ernten“, zeigte sich der Obermeister da wiederum erfreut. Man werde mit den Kampagnen für die Jugend auch weiter fortfahren und dafür nicht wenig Geld in die Hand nehmen. Und zwar im sechsstelligen Bereich – so Siegert, bevor er auf die verschiedenen Aktionen der Innung im Jahreslauf zurückblickte: Unter anderem war sie bei der Berufs- und Fachkräftemesse in Schwabach und der Lehrstellenbörse in Hilpoltstein präsent. Siegert verwies ebenso auf die Berufsparcours in Treuchtlingen und in Roth. Den vorgestellten Zahlen gemäß verwunderte es nicht, dass bei der Gesellenfreisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Mittelfranken-Süd in der Rother Kulturfabrik „das Schreinerhandwerk mit 37 Junggehilfen die größte Gruppe stellte“, konstatierte der Obermeister nicht ganz ohne berechtigten Stolz. Den guten Zahlenspiegel an sich bestätigte auch Stefan Dehm seitens der Berufsschule Gunzenhausen. Von einer zwischenzeitlich Talsohle sei nichts mehr zu sehen und stattdessen eine gewisse Konstanz bei der Frequenz eingezogen: sowohl bei den angehenden Gesellen wie baldigen Meistern. Auch von gymnasialer Seite „ist nun auch ein Besuchstag in der Berufsschuleinrichtung geplant“, zeigte sich der dortige Lehrer erfreut. Als nächste Aktion stehe die Berufsausbildungsmesse (BAM) in Gunzenhausen an. Natürlich aber hat auch das Schreinerhandwerk mit politischem Ungemach zu kämpfen, worauf der stellvertretende Obermeister Thomas Gruber verwies. So drohe etwa im Rahmen neuer gesetzlicher Vorgaben den Schreinern ein Verbot des Verheizens von mit Leim behafteten Holzabfällen. Unterm Strich aber prägte der Optimismus die Versammlung, die ihren Höhepunkt in der Ehrung der drei Junggehilfinnen fand, die beim Gestaltungswettbewerb „Die gute Form 2025“ die Podestplätze erklommen hatten. Bei ihm werden exzellent gestaltete Gesellenstücke prämiert. Dass das Bestentrio diesmal ausnahmslos aus Damen bestand, „ist wirklich stark!“ Ein echtes Novum und „sehr zu meiner Freude!“ Deswegen wolle man bei der Siegerehrung diesmal auch gerne Blumen sprechen lassen, betonte der Obermeister. Über den ersten Platz durfte sich Pamina Heruth aus Rohr-Kottensdorf freuen, was natürlich auch ihrem Lehrherrn Tobias Wagner vom gleichnamigen Betrieb aus dem benachbarten Rohr-Gustenfelden ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Sie gestaltete ein „hängendes Sideboard“ mit verschiebbaren Innenelementen, auf dem auch ein Fernsehgerät Platz finden kann. Ein integriertes sowie indirektes Licht, das sich zudem noch dimmen lässt, bildet hier ein weiteres Ausstattungsmerkmal. Sie habe vor allem ein zeitloses Werk schaffen wollen, erklärte die preisgekrönte Gesellin selbst bei der Jahresabschlussfeier sinngemäß. Nichtsdestotrotz hat sie sich so manche individuelle Besonderheit nicht verkneifen können: „Das Board verfügt sogar über ein Geheimfach“, erklärte sie lächelnd den Anwesenden. Rang zwei sicherte sich die Absbergerin Anja Gruber, die für die Fahrt zu ihrem Ausbildungsbetrieb durch ganz Altmühlfranken fahren durfte – es ist jener von Dieter Rotheneder in Burgsalach. Die dritte Preisträgerin heißt Marlene Dorner (Thalmässing-Eysölden). Sie lernte in Heideck bei der GmbH & Co KG von Anton Wurm.