08.01.2026

Senioren geadelt und Junioren gratuliert

Kreishandwerkerschaft Mittelfranken-Süd lud zum Meister- und Ehrenamtsempfang – Flexibilität und Qualität

ELLINGEN (ley) – Der historische Ochsenstall am Ellinger Schloss hat sich mit seinen Säulen und Kreuzgewölben als beliebter, stilvoller Festsaal für Hochzeiten und andere feierliche Veranstaltungen empfohlen. Er bildete so nun auch  den richtigen Rahmen für einen Meister- und Ehrenamtsempfang, zu dem die Kreishandwerkerschaft Mittelfranken-Süd mit ihren Innungen geladen hatte. Im Mittelpunkt standen zwei Gruppen, die in der Regel 35 Jahre voneinander trennen. 

Da wären zum einen jene Geehrten, die vor dreieinhalb Jahrzehnten ihre entsprechenden Prüfungen erfolgreich ablegten, sich seither „Meister“ oder „Ingenieur“ nennen dürfen und ihrem Berufsbild bis heute treu geblieben sind. Sie bekamen beim Empfang ihre „Goldenen Meisterbriefe“ überreicht. Den langen Weg, auf den die Ausgezeichneten nun zurückblicken können, haben die Jungmeister nach ihren Abschlussprüfungen wiederum noch vor sich. Ihre Meisterzertifikate hatte jener berufliche Nachwuchs bereits bei einer zentralen Veranstaltung der Handwerkskammer für Mittelfranken erhalten, die nun ebenso zu den Einladenden der Feier in der Deutschordensstadt zählte. Denn man wollte es sich seitens der verschiedenen Institutionen nicht nehmen lassen, den Einsatz der meisterlichen Jugend auf regionaler Ebene noch einmal gesondert zu würdigen. Und das aus gutem Grund: „Sie sind die Antwort auf die Krise und den Fachkräftemangel!“ nannte ihn Kreishandwerksmeister Klaus Weber in seiner Ansprache. Der aufstrebende Berufsnachwuchs „gibt unseren Handwerksbranchen großen Auftrieb, weil wir so die Jugend mit ihren eigenen Visionen hinter uns wissen“, betonte er weiter. Neben dem fachlichen Können hätten sich die Jungmeister auch für die Betriebsführung und Ausbildertätigkeit qualifiziert. Vor allem mit hoher Flexibilität ließen sich nun diverse Chancen bestens nutzen. Außerdem berechtige der Brief auch zum Hochschulstudium. Dafür, dass der Wirtschaftsmotor Handwerk kontinuierlich gut läuft, hätten indes die jetzigen Empfänger der Goldenen Meisterbriefe und die Qualität der geleisteten Arbeit gebürgt, so Weber sinngemäß. Er konnte diesbezüglich mit beeindruckenden Zahlen aufwarten: „Dass das Handwerk für unsere Region von enormer wirtschaftlicher Bedeutung ist, zeigen dessen 21.000 Beschäftigte und 2000 Auszubildende in der Stadt Schwabach sowie den Landkreisen Roth und Weißenburg-Gunzenhausen.“ Qualifizierungen wie jene zum Meister bereiteten einst den 3600 hiesigen Handwerksbetriebe den Boden für den Erfolg, der sie zahlreiche Arbeits- und Ausbildungsplätze habe schaffen lassen. Zu ihm hätten zudem die jeweiligen Ehepartner entscheidend mit beigetragen. „Ohne deren aktive Mitarbeit funktioniert es nicht!“ würdigte Weber die „Handwerksfamilie“ im engeren Sinne, deren Kooperationsgeist diesen Begriff erst zu einer Marke werden ließ. Auch die Auszeichnungen hatten teils etwas familiäres. Einige Male beglückwünschte ein Obermeister einer Innung den Sohn, einmal auch der Enkelin zum Meisterbrief – ein andermal galt es dem eigenen Vater den Goldenen Meisterbrief zu überreichen. Die Handwerksunternehmen seien als Steuerzahler schon immer eine stabilisierender Faktor der Volkswirtschaft, unterstrich Weber. Auch die gesellschaftliche Leistung dürfe nicht unterschätzt werden. So hätten die Betriebe in Zeiten hoher Jugendarbeitslosigkeit etwa über Bedarf ausgebildet und in jüngster Zeit Geflüchtete durch Ausbildung integriert. Das Lob Webers galt auch jenen Handwerkern, die sich in den Ehrenämtern engagieren. Nicht nur, aber auch in den Berufsverbänden. Auch die Jungmeister mögen sich in gleicher Weise einbringen, erhoffte er sich. Seitens der Politik sprach der altmühlfränkische Landrat Manuel Westphal seinen Dank aus. Den Handwerksbetrieben bescheinigte er großen Innovationsgeist. Sie leisteten zudem einen großen Beitrag zur Lebensqualität in der Region. „Gehen Sie Ihren Weg mit Mut und Begeisterung weiter!“ rief er den Gewürdigten zu. Den Goldenen Meisterbrief erhielten: die drei Schreinermeister Wolfgang Hanke (Hilpoltstein-Hofstetten), Wolfgang Seefried (Belmbrach) und Reinhard Siegert (Rudletzholz), Maurermeister Rainer Gerner (Roth), Zimmerermeister Helmut Stöhr (Alesheim), Gas- und Wasserinstallateurmeister Klaus Röck (Schwabach), Klempnermeister Siegfried Schneider (Heideck), Elektroinstallateurmeister Hermann Amslinger (Trommetsheim), Metzgermeister Helmut Heyder (Büchenbach). Als Jungmeister wurden willkommen geheißen: die beiden Maler- und Lackierermeister Maya Vogl (Möhren) und Julian Roth (Weißenburg), die beiden Kälteanlagenbauermeister Baulduin Haag (Langenaltheim) und Chris Winkler (Rohr), die beiden Metzgermeister Julia Böbel (Rittersbach) und Daniel Engelmann (Dorsbrunn), Stahlbetonmeister Maximilian Humpenöder (Schwabach), Maurer- und Betonbauermeister Johannes Mederer (Jahrsdorf), Zimmerermeister Stefan Pickl (Pfraunfeld), Installateur- und Heizungsbauermeister Sebastian Kramer (Spalt).


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