Roth – Nach dem Ablegen Ihrer Gesellenprüfung präsentierten die frischgebackenen Schreinergesellinnen und Schreinergesellen aus dem Landkreis Roth und der Stadt Schwabach ihre Gesellenstücke im Rahmen einer feierlichen Ausstellung in der Berufsschule Roth. Für die Nachwuchshandwerker markierte dieser Tag den Höhepunkt einer intensiven und lehrreichen Ausbildungszeit, die ihnen in den vergangenen Monaten viel Einsatz und Durchhaltevermögen abverlangt hatte.
Bereits im Ende des vergangenen Jahres begannen die 25 Auszubildenden mit der detaillierten Planung ihrer Gesellenstücke. Ziel war es, die im Unterricht erworbenen theoretischen Kenntnisse in ein individuelles Möbelstück umzusetzen. Es folgten acht arbeitsintensive Monate, in denen die jungen Schreiner ihre Projekte parallel zur Ausbildung im Betrieb und zum Unterricht an der Berufsschule verwirklichten.
Der große Einsatz zahlte sich aus: Die ausgestellten Arbeiten überzeugten durch ihre hohe handwerkliche Qualität und ihre gestalterische Vielfalt. Mit einem Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss – „Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter verbirgt sich eine Welt der Märchen und Wunder“ – begrüßte Schulleiterin Undine Landvoigt die zahlreichen Besucherinnen und Besucher sowie Vertreter aus Politik und Handwerk.
Nach den Worten der Schulleiterin passe dieses Zitat hervorragend zur diesjährigen Ausstellung. Holz sei ein außergewöhnlicher Werkstoff, aus dem mit Ausdauer, Sorgfalt und Kreativität etwas Besonderes entstehen könne. Gleichzeitig würdigte Landvoigt die Motivation und das Engagement der Absolventinnen und Absolventen am Ende ihrer dreijährigen Ausbildung. Die ausgestellten Möbelstücke seien Ausdruck ihres Könnens und ihrer persönlichen Entwicklung. „Ihr könnt stolz auf eure Leistungen sein“, gab sie den jungen Handwerkerinnen und Handwerkern mit auf den Weg. Die gefertigten Werke seien langlebig und könnten Generationen überdauern.
Auch Innungsobermeister Reinhard Siegert lobte die Leistungen des Schreinernachwuchses. Die Ausstellung der Gesellenstücke habe einen hohen Stellenwert und sei für die jungen Fachkräfte eine wichtige Visitenkarte auf ihrem weiteren Berufsweg. Mit Blick auf die ausgestellten Arbeiten zeigte er sich beeindruckt vom handwerklichen Können und dem großen Potenzial, das vorhanden sei.
Stellvertretender Landrat Michael Kreichauf unterstrich ebenfalls die Bedeutung des Handwerks für die Region. Gerade im Landkreis Roth mit seiner Vielzahl an kleinen und mittelständischen Betrieben seien gut ausgebildete Fachkräfte unverzichtbar. Er ermutigte die Absolventinnen und Absolventen, Verantwortung zu übernehmen und die Chancen ihres Berufs zu nutzen. „Ihr seid die Hoffnungsträger der Zukunft. Es ist eine tolle Erfahrung, etwas bewegen zu können“, sagte Kreichauf.
Besonders am Herzen liege ihm die Berufsschule Roth, die er als wichtiges Zukunftsprojekt für den Landkreis bezeichnete. Nach den abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen an anderen Schulen solle nun die Berufsschule modernisiert werden. „Die Berufsschule in Roth soll auf den neuesten Stand gebracht werden. Damit wollen wir den jungen Menschen und der heimischen Wirtschaft gleichermaßen etwas Gutes tun“, kündigte der stellvertretende Landrat an.
Auch Roths zweite Bürgermeisterin Sonja Möller gratulierte den Absolventinnen und Absolventen zum erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung. Sie zeigte sich beeindruckt vom hohen Niveau der ausgestellten Arbeiten und lobte die Begeisterung, mit der die jungen Schreinerinnen und Schreiner ihren Beruf ausüben. „Das ist Kompetenz. Man spürt, wie sehr die Schülerinnen und Schüler für ihren zukünftigen Beruf brennen – eine hervorragende Grundlage für ihren weiteren Weg“, sagte Möller. Beim Rundgang durch die Ausstellung sei deutlich geworden, dass sich die Leidenschaft für das Handwerk in jedem einzelnen Werkstück widerspiegele. „Die Liebe zum Holz ist in diesen Arbeiten deutlich zu erkennen.“